5. Austauschtreffen Biodiverstität auf der Ökologiestation Bremen
14.09.2026
Am Montag, den 14.09.2026, trafen sich am Vormittag fünf Kolleg:innen der sechs außerschulischen Lernorte, die im Rahmen der Umsetzung der Bremischen Biodiversitätsstrategie zusätzliche Fördermittel erhalten, auf der Ökologiestation in Bremen-Nord.
Bei einem Rundgang über das 20 Hektar große Gelände wurden verschiedene Lebensräume, aktuelle Entwicklungen und ihre Bedeutung für die Artenvielfalt vorgestellt. Im Mittelpunkt standen unter anderem Totholz als wertvoller Lebensraum, die Entwicklung der Wildblumenwiese, Wildbienenlebensräume und der Gartenbereich. Besonders hervorgehoben wurde der Eremit, eine seltene und gefährdete Käferart der Roten Liste, für die Bremen einen besonderen Lebensraum bietet. Auch der Gartenbereich ist ökologisch vielfältig: Dort nutzen die Amphibienarten vom Teich der Ökologiestation, Teichmolch, Teichfrosch, Grasfrosch und Erdkröte, die vorhandenen Strukturen als Lebensraum und Winterquartier. Auch die zunehmende Trockenheit war Thema des Rundgangs. Der Teich der Ökologiestation ist beinahe ausgetrocknet, was insbesondere für Libellen problematisch ist, deren Entwicklung sich über mehrere Jahre erstrecken kann.
Anschließend wurde eine einfache Methode zur Artenerfassung mit Kindergruppen praktisch erprobt: Auf jeweils einem Quadratmeter einer artenärmeren Wiese und einer artenreicheren Wildwiiesenfläche wurden Pflanzen und Tiere mithilfe von Becherlupen erfasst und miteinander verglichen. Der direkte Vergleich macht die Unterschiede in der Artenvielfalt für Kinder anschaulich und bietet einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema Artenkenntnis.
Neben der praktischen Methode gab es dabei auch einige spannende Aha-Momente für die Arbeit mit Kindern: So wurde vermittelt, dass nicht jede Raupe eine Schmetterlingsraupe ist, sondern auch Hautflüglerlarven ähnlich aussehen können. Ein weiterer Merksatz lautet: „Alle Grashüpfer sind Heuschrecken, aber nicht alle Heuschrecken sind Grashüpfer.“ Für besondere Aufmerksamkeit sorgten außerdem die sogenannten „Teufelsmasken“, wie die Larven von Schnaken aufgrund ihres Aussehens bezeichnet werden, sowie der Hinweis, dass Milben Schnaken und Mistkäfer als „Taxi“ nutzen.
Im weiteren Verlauf wurden verschiedene Kinderbücher und Methodenhefte zur Biodiversitätsbildung mitgebracht, vorgestellt und für die eigene Arbeit empfohlen, darunter Pilzparade, Respekt fürs Insekt – Wir räumen auf, füttern und versorgen euch, Fliege, Falter, Honigbiene – Die Welt der Insekten sowie Verflixte Brummbiester. Besonders interessant fanden die Teilnehmenden das Methodenheft Biodiversität erlebbar machen, das zahlreiche praxisnahe Methoden für die Bildungsarbeit enthält.
Den Abschluss des Treffens bildete die gemeinsame Erprobung des Planspiels "Biodiversity and Habitat Game" der Europäischen Weltraumorganisation zur Vernetzung von Arten und Lebensräumen. In der anschließenden Diskussion wurden die Verständlichkeit der Regeln, die Eignung für verschiedene Altersgruppen sowie mögliche Weiterentwicklungen besprochen. Als geeignetere Alternative für jüngere Kinder wurde das Spiel "Das Netz des Lebens" nach J. Cornell genannt, das ebenfalls im Methodenheft Biodiversität erlebbar machen enthalten ist.
Für weitere Informationen zur Biodiversitätsaufstockung im Rahmen der Umsetzung der Bremischen Biodiversitätsstrategie melden Sie sich bei Maja Wielowiejski (maja.wielowiejski@umweltbildung-bremen.de).
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