Erste Freilandtour der Fortbildungsreihe „Biologische Vielfalt“
29.05.2026
Am Freitag, den 29.05.2026, fand auf der Ausgleichsfläche Hemelingen die erste von zwei Freilandtouren im Rahmen der Fortbildungsreihe „Biologische Vielfalt“ statt. Die Fortbildungsreihe wird von der Koordinierungsstelle Umwelt Bildung Bremen gemeinsam mit dem Bremer Übersee-Museum organisiert und verbindet theoretische Wissensvermittlung mit praktischen Erfahrungen in der Natur.
Ausgestattet mit Insektennetzen, Bechern und Becherlupen machten sich die Teilnehmenden gemeinsam mit den Expert:innen und Referent:innnen des Bremer Übersee-Museums auf die Suche nach den Insektenarten, die zuvor in den Workshops vorgestellt worden waren. Dabei bot die Exkursion die Möglichkeit, das erworbene Wissen direkt anzuwenden und verschiedene Arten in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Unterstützt von engagierten Studierenden erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Lebensweise und Bestimmung der gefundenen Arten.
Bei bestem Wetter erwies sich das Uferbiotop der Ausgleichsfläche Hemelingen als idealer Ort, um die Vielfalt der dort vorkommenden Insekten kennenzulernen. Im Laufe der Exkursion konnten zahlreiche spannende Arten entdeckt werden: Dazu gehörten unter anderem der Ockergelbe Blattspanner, der Distelfalter, das Kleine Wiesenvögelchen sowie der auffällige Jakobskrautbär. Auch verschiedene Käferarten wie der Blaugrüne Scheinbockkäfer und der Glattschienige Pinselkäfer wurden beobachtet. Darüber hinaus fanden die Teilnehmenden Grüne Heuschrecken, Hummel-Waldschwebfliegen, Furchenbienen, die Späte Gelbrandschwebfliege, die Beerenwanze und die Gemeine Skorpionsfliege. Eine weitere besondere Entdeckung waren Bohrfliegen und deren Larven in einer harten Kapsel an Distelpflanzen. Besonders eindrucksvoll waren zudem die Beobachtungen verschiedener Libellenarten an den Gewässerbereichen. Es konnten Hufeisen-Azurjungfern und Gemeine Becherjungfern sowie Hüllen von Groß- und Kleinlibellen und ein Paarungsrad der Großen Königslibelle beobachten werden. Darüber hinaus ließ sich der Große Blaupfeil in gleich mehreren Entwicklungsstadien entdecken, von der zurückgebliebenen Exuvie über ein frisch geschlüpftes Tier beim Jungfernflug bis hin zu einem geschlechtsreifen, territorialen Männchen. Ergänzt wurden die Beobachtungen durch weitere Libellenarten wie die Frühe Adonislibelle, die Große Pechlibelle in unterschiedlichen Farbformen, den Plattbauch, den Vierfleck, die Kleine Königslibelle sowie eine Prachtlibelle. Diese und viele weitere Beobachtungen verdeutlichten eindrucksvoll die große Artenvielfalt des Gebietes.
Die Freilandtour stellte einen wichtigen Praxisteil der Fortbildungsreihe dar und ermöglichte es den Teilnehmenden, ihre Artenkenntnisse zu vertiefen und die Inhalte der Workshops direkt in der Natur anzuwenden. Die zweite und letzte Freilandtour findet am 19.06.2026 statt und bildet den Abschluss der diesjährigen Fortbildungsreihe „Biologische Vielfalt“.
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